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28. bis 30.04.2026 | BMW Welt München
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Wenn KI schneller entscheidet – wer trägt die Verantwortung?

Zwischen Effizienzversprechen und demokratischem Grundprinzip steht der Rechtsmarkt vor einer Grundsatzfrage.

Künstliche Intelligenz beschleunigt die juristische Arbeit in einem Tempo, das noch vor wenigen Jahren kaum vorstellbar war. Recherchen dauern nur noch Sekunden, Analysen erfolgen automatisiert, Entwürfe entstehen auf Knopfdruck.

Doch je leistungsfähiger die Systeme werden, desto drängender wird eine Frage:
Wo endet Unterstützung – und wo beginnt Entscheidung?

Wir haben mit führenden Stimmen aus Verlag, Verband und Innovationspraxis gesprochen – und schnell zeigt sich: Die Effizienz ist beeindruckend, aber die Verantwortung bleibt sensibel. Für Prof. Dr. Klaus Weber, Geschäftsführer des Verlags C.H.BECK, ist die Grenze klar gezogen. „Die letzte Entscheidung muss immer beim Menschen liegen.“ Dieses Prinzip sei Ausdruck einer freiheitlichen und demokratischen Rechtsordnung, die dem humanistischen Menschenbild verpflichtet sei. Fortschritt bedeute deshalb nicht, dass Technik allein entscheidet – sondern dass Rechtsfindung durch den Menschen mithilfe von KI effizienter, klarer und verlässlicher werde.


Auch Stefan C. Schicker, Vorstandsvorsitzender des Legal Tech Verbands Deutschland, unterscheidet deutlich zwischen Prozess und Verantwortung. KI könne Prozesse übernehmen – „aber keine Verantwortung“. Effizienz sei wertvoll, gerade weil sie Freiräume schaffe: für Urteilsvermögen, ethische Abwägung und Empathie. Genau dort beginne der menschliche Kern juristischer Arbeit.

Alexander Laprell, Managing Director des Legal Tech Colab, ergänzt diese Perspektive um den Blick auf die technologische Entwicklung. KI beschleunige Routinearbeit heute bereits massiv. Doch wenn es um normative Entscheidungen gehe – etwa um Grundrechte oder Eingriffe in die Lebensrealität von Menschen – dürfe sie nicht autonom handeln. Gleichzeitig weist er darauf hin, dass technologische Zuverlässigkeit sich dynamisch weiterentwickle. Sollte KI eines Tages reproduzierbare und überprüfbare Qualität auf höchstem Niveau erreichen, müsse neu diskutiert werden, in welchem Maß menschliche Kontrolle zwingend erforderlich sei. „Stand heute liegt die Verantwortlichkeit jedoch eindeutig beim Menschen.“

Zwischen diesen Positionen entsteht ein Spannungsfeld, das den Rechtsmarkt in den kommenden Jahren prägen wird: Effizienz ist real. Automatisierung ist möglich. Doch Verantwortung bleibt unteilbar.

Die Frage ist nicht mehr, ob KI im Rechtsmarkt eingesetzt wird – sondern wie weit ihre Rolle reichen darf.

Diese Debatte und viele weiteren Perspektiven aus Kanzleien, Unternehmen, Justiz, Wissenschaft und der Legal-Tech-Szene stehen im Mittelpunkt der legalXchange 2026.

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